8.4.09

Wie die Freiheit verloren ging

Wie die Freiheit verloren ging
Paul Craig Roberts, Infowars, 08.04.2009

[frei übersetzt von http://propagandaschock.blogspot.com]

Neid, eine der sieben Todsünden, ist den Amerikanern nicht unbekannt.

In meiner letzten Kolumne habe ich die Absurdität erwähnt, wie Obama die Mittelklasse mit den Reichen in einen Topf wirft. Die Einkommensverteilung in den USA ist so verzerrt, dass die Reichen in den oberen 10 % anzufinden sind. Die wirklich Reichen, mit allem Brimborium, belaufen sich auf 0,5 %.

Diese Punkte gehen bei den Amerikanern unter, die jeden als “reich” betrachten, dem es nur rein wenig besser geht als ihnen selbst. Ein klein wenig besseres Haus, eine bessere Nachbarschaft, ein BMW anstelle eines Toyota und die Möglichkeit ohne Schulden Urlaub zu machen, ist alles was es braucht um nach Meinung derjenigen reich zu sein, die vor Neid platzen.

Diese Beobachtung führte mich zu der Erkenntnis, dass die Freiheit an den Neid verloren gegangen ist.

Amerikaner wissen nicht mehr was Freiheit ist. Geschichtlich gesehen ist die Definition einer freien Person, die eines Menschen, der seine Arbeit selbst besitzt. Leibeigene und Sklaven waren nicht frei, weil sie nicht ihre eigene Arbeitskraft nicht vollständig besitzen.

Die Einkommenssteuer steht nicht im Einklang mit der Definition von Freiheit. Heute hat die Regierung in Amerika eine Forderung gegenüber der Arbeit einer jeden Person, genau wie die Lehensherren – die Regierung jener Zeit – Forderungen gegenüber den Leibeigenen hatten und die Besitzer der Plantagen im 19. Jahrhundert gegenüber den Sklaven. Im Bewusstsein, dass die Einkommenssteuer Leibeigenschaft war, schrieben die Gründungsväter der USA die Verfassung so, dass die Einkommenssteuer vermieden wurde. Dies wurde im Jahr 1913 mit einem Verfassungsnachtrag geändert, welcher nach der Meinung Einiger nicht ordnungsgemäß verwirklicht wurde.

Der erst Schritt in die Knechtschaft der amerikanischen Bevölkerung erfolgte im Neid. Die Reichen waren das Ziel der Einkommenssteuer. Einmal eingeführt wurde die Einkommenssteuer per Gesetz und durch die Inflation erweitert, bis gewöhnliche Menschen mit dem Vielfachen des Höchststeuersatzes der Reichen besteuert wurden.

Nach fast 100 Jahren Einkommenssteuer sind Generationen in Knechtschaft geboren worden, akzeptieren die Forderungen der Regierung gegenüber ihrer Arbeit und sehen diese als normal, ja sogar gerecht an. Manche sagen, es würde sie nicht stören den Armen zu helfen. Sie sollten sich mal anschauen, welcher Teil zu den Armen geht und welcher Teil in Krieg, Bewaffnung und die Rettung der reichen Freunde des Finanzministers.

Das Problem mit der Steuer auf die Arbeit einer Person ist, dass es die Unabhängigkeit der Person schmälert. Ohne Unabhängigkeit ist es schwierig die verfassungsmäßig gesicherten Rechte, wie die Meinungsfreiheit, auszuüben.

In früheren Zeiten versorgten Familienfarmen und Geschäfte viele Amerikaner mit einem Maß an Unabhängigkeit. Heute arbeiten die meisten für Löhne und Gehälter. Der einzige wirkliche Weg in die Unabhängigkeit ist einen Teil seines Einkommens zu sparen und genügend Vermögen anzusammeln um davon zu leben. Für die meisten Amerikaner wird dies durch die Forderungen der Regierung an ihrer Arbeit zunichte gemacht.

Das ist dann noch mehr der Fall, wenn die Regierung in ihren regulatorischen Verpflichtungen versagt und es Bankstern erlaubt bei der Plünderung der klammen Bürger mitzumachen.

Die Erbschaftssteuer, ein weiteres Produkt des Neides, hat auch viel zur Zerstörung der Unabhängigkeit der Bürger beigetragen. So sind zum Beispiel unabhängige Medien im Familienbesitz verlorengegangen - einstmals Quelle unabhängiger Macht, welche die Regierung zur Verantwortung zog - bloß damit diese Familien die Erbschaftssteuer zahlen können.

Die selben Menschen die sich über die Herrschaft der gigantischen Konzerne beschweren unterstützen die Erbschaftssteuer, die das Wesen amerikanischer Unternehmen verändert hat. Ein Unternehmen im Familienbesitz hat Gemeinschaftswurzeln und Bindungen. Die Besitzer eines Konzerns sind überall im In- und Ausland verteilt. Ihr Interesse ist der Aktienkurs. Als Konsequenz daraus haben Unternehmen noch nicht einmal mehr nationale Bindungen.

Die Existenz eines Konzerns ist durch Erbschaftssteuer nicht bedroht, die eines Unternehmens im Familienbesitz schon. Erbschaftssteuer ist eine Steuer auf die Anhäufung von Werten aus Einkommen, welches bereits besteuert wurde. Um das Geld für die Erbschaftssteuer aufzubringen, müssen die Unternehmen verkauft oder der Öffentlichkeit gegeben werden. Schlussendlich wird die Eigentümerschaft von der Gemeinschaft getrennt.

In der Vergangenheit fanden große Vermögen als Schenkungen ihren Weg zu privaten Universitäten, Museen und öffentlichen Büchereien, Institutionen die auch zur Unabhängigkeit der Bürger vor der Kontrolle durch die Regierung ihren Beitrag leisteten. Heute haben sogar Privatuniversitäten und Bildungseinrichtungen Teile ihrer Unabhängigkeit verloren. Es gibt Themen, denen man nicht nachgehen darf und Meinungen, die nicht zum Ausdruck gebracht werden dürfen. Wir können diese Hemmungen wegreden indem wir sagen, dass es angemessene Themen bei der Zensur gibt. Doch, wenn der Prozess der Unterdrückung von Gedanken und Meinungen anfängt, weitet er sich aus.

Der Bund der Steuerzahler (The Tax Foundation) errechnete, dass man bis zum 29. Mai diesen Jahres arbeiten müsse - sofern das Budgetdefizit des Bundes, so wie es sein sollte, mit in die Steuerlast eingerechnet wird – bis man den Tag der Steuerfreiheit erreicht hat. Das bedeutet, dass Amerikaner 42 % des Jahres für die Regierung arbeiten, eine höhere Steuerrate als jene unter welcher Leibeigene leiden mussten und welche an die eines Sklaven im 19. Jahrhundert heranreicht.

Im 19. Jahrhundert gab es Schlupflöcher die Sklaven zur Flucht in die Freiheit nutzen konnten. In unserer Zeit sind Schlupflöcher als Steueroasen bekannt. Genauso, wie Sklavenbesitzer die Schlupflöcher beseitigen wollten, versuchen heute unsere Eigentümer unsere Steueroasen zu verbieten.

Einige Amerikaner werden diese Analogien ablehnen. Sie können die Gültigkeit dieser Analogien prüfen indem sie der Regierung ihren Anspruch an ihrer Arbeit verweigern. Wahrscheinlich ist der beste Beweis amerikanischer Knechtschaft, dass die meisten Amerikaner noch nicht einmal die Möglichkeit haben, die Gültigkeit dieser Analogie zu prüfen, da die Regierung ihren Anteil schon vor der Auszahlung von Löhnen und Gehältern einbehält.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

nicht in der steuer auf den lohn, sondern in dem lohnverhältnis selber liegt die versklavung, dumpfbacke.

Anonym hat gesagt…

...versuchen heute unsere Eigentümer unsere Steueroasen zu verbieten.

so ein Blödsinn, es mag ja sein das die Sklaventreiber (Manager z.B.) mit zu den Sklaven von morgen gehören (was sie eh auf ihre art schon immer waren), aber von UNSEREN Steueroasen kann ja wohl null die rede sein.
Und deine armen Familienbetriebe die ja ach so böse von der Erbschaftsteuer betroffen sind, hast du dir schon mal über die Besitzentstehung von Produktionsmitteln und Boden gedanken gemacht???
Lies doch mal "Die blinden Flecken der Ökonomie" von Bernd Senf, dann bekommt dein nächster Artikel vielleicht ein bischen Kompetenz...

Stefan hat gesagt…

Kommentieren ohne zu beleidigen scheint auch eine Kunst geworden zu sein...

Stefan hat gesagt…

Die 10% Reiche sind nur 1%...

Anonym hat gesagt…

Lieber Blogger, ich möchte Dich zu Deinem genialen Artikel beglückwünschen. Du sprichst genau dass aus, was ich denke. Ich selbst habe einen langen Prozess gehen müssen, ehe ich mich von der irrigen Vorstellung gelöst habe, das die "Enteignung der Lohnarbeiter" durch ihre Arbeitgeber das Hauptproblem sein. Ich finde dieses "marxistische" Problem als ein absolutes Nebenproblem, dass uns wahrscheinlich gar keine Schwierigkeiten machen würde, wenn wir uns von der Zinsknechtschaft bzw. der Knechtschaft des Schuldgeldes befreien können. Die grossen anonymen elitären Finanzoligarchen Zocken uns privat und über den Stadt das letzte Hemd vom Leib, und das "linke Fussvolk" begreift nicht, wo die wahre Enteignung stattfindet. Es lässt sich auf den Hahnenkampf zwischen Mittelstand und kleinem Arbeiter ein. Diese Leute haben weder "Fabian gib mir die Welt und 5%" noch "Money as Debt" auf Google Video gesehen.... "America - Freedom to Fashism" kennen sie auch nicht...

Lieber Blogger, ich möchte Dich im Namen unserer Organistation www.geistige-landesverteidigung.ch herzlich einladen Kontakt aufzunehmen. Wir würden gerne mit Dir zusammenarbeiten. Kluge Köpfe die hinter die Kulissen gucken sind rar.
Bitte melde Dich.

classless hat gesagt…

Ist doch aber wirklich nicht so schwer: jeder Staatsbürger ist Eigner seiner Arbeitskraft, die er mittels eines Arbeitsvertrages verkaufen kann (bzw. muss...) Was ihm entsprechend der Idee des Arbeitsvertrages nicht gehört, ist das Arbeitsprodukt.

Er konkurriert also um eine bessere Entlohung oder als Eigentümer um eine bessere Verwertung. Gier muss also überhaupt nicht mehr hinzutreten.

Anonym hat gesagt…

der marxismus beschäftigt sich mit mittelständlern...aha...wie wäre es mit kapital lesen?